Kerala – Sehenswertes

Alappuzha (Alleppey)
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Die auf halber Strecke zwischen Kollam und Cochin gelegene Marktstadt Alappuzha (früher Alleppey genannt) ist kreuz und quer von Kanälen durchzogen und wird deshalb oft als “Venedig des Ostens” bezeichnet. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bauten die Herrscher von Travancore die Stadt zu einem der wichtigsten Seehäfen ihres Reiches aus. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Alappuzha zu einem Handelsplatz der kokosfaserverarbeitenden Industrie. In den letzten Jahren hat sich die Stadt zu einem touristischen Zentrum für Backwatertouren entwickelt. An der Boat Jetty beginnen oder enden täglich viele Hausbootfahrten. Berühmt ist Alappuzha außerdem für das alljährlich im August stattfindende Schlangenbootrennen um den Nehru Cup, das dem traditionellen Onam-Fest vorausgeht und jedes Jahr viele tausend Besucher anzieht. Bei der Regatta wetteifern kunstvoll dekorierte Boote mit bis zu 120 Ruderern um den Sieg.

Backwaters
Kerala ist weltberühmt für seine zahlreichen Wasseradern, die das Land als weitverzweigte, von Palmen, Mangobäumen und Reisfeldern gesäumte Backwaters durchziehen. Sie bilden ein ausgedehntes Wasserstraßennetz, dass sich von Cochin im Norden bis Kollam im Süden über eine Fläche von knapp 2000 km² erstreckt und aus 29 Seen und Lagunen, 44 Flüssen und ungefähr 1500 Kanälen besteht. Der größte See ist mit einer Länge von 83 km der zum Arabischen Meer hin geöffnete Vembanad-See. Die geruhsamen Backwaters, die den Einheimischen seit Jahrhunderten als Handels- und Verkehrswege dienen, sind für Touristen ein spektakuläres Reiseziel. Die Entdeckung der malerischen Wasserwelt auf einer Hausbootfahrt ist ein unvergesslicher Höhepunkt einer Kerala-Reise. Die romantischen Boote, auf denen komfortabel übernachtet und gespeist wird, sind umgebaute ehemalige Reisbarken.

Cheruthuruthy
Ein Aufenthalt in Cheruthuruthy schenkt faszinierende Einblicke in die traditionellen Kunstformen Keralas. In dem 33 km nördlich von Thrissur gelegenen Ort befindet sich das international bekannte Kerala Kalamandalam, ein Zentrum zur Pflege der indischen Kultur. Der Unterricht in den verschiedenen Disziplinen wie Kathakali-Tanz, Mohiniyattam, Koodiyattam, Gesang und Musik erfolgt auch heute noch nach den überlieferten Regeln des Gurukula-Systems. Das Kalamandalam repräsentiert in ihrer Einfachheit und Strenge die reine Atmosphäre, in der diese Kunstformen bis heute überleben konnten.
In der näheren Umgebung von Cheruthuruthy besteht Gelegenheit zur Besichtigung von traditionellen Nallukettu-Häusern in der Bauweise der ehemaligen Großfamilien Keralas, deren Lebensstil im Rahmen eines komplexen Systems vorwiegend auf matriarchalen Grundregeln beruhte. Die sehenswerten Anwesen wurden früher von den Familienverbünden der Namboothiri, der aristokratischen Brahmanenfamilien Keralas, bewohnt. Sie repräsentieren mit ihren ausladenden Ziegeldächern eine einzigartige Kerala-Architektur. Ein Nallukettu-Haus ist ein rechteckiges Anwesen, das aus vier hallenähnlichen Gebäuden besteht, die um einen zentralen Innenhof herum angeordnet sind. Seine Ausstattung umfasst Brunnen, Andachtsstätten, Küchen, Voratskammern, Wirtschaftsräume und getrennte Wohnbereiche für verheiratete und unverheiratete Familienmitglieder. Die elaborierteren Ausführungen dieser Anwesen werden als Ettukettu und Pathinarukettu bezeichnet.

Haripad
Das 33 km südlich von Alappuzha (Alleppey) gelegene Haripad ist in Kerala als „Stadt der Tempel“ bekannt. In der Stadt und der näheren Umgebung befinden sich insgesamt 48 Hindu-Tempel. Einer der bekanntesten ist der sehenswerte Mannarasala-Tempel, der als einer der ältesten in Kerala gilt. Er ist der Verehrung der Fruchtbarkeitsgötter geweiht, die als Schlangenwesen dargestellt werden. Hinduistische Pilger kommen aus allen Teilen der Welt hierher, beten um Nachwuchs oder ehren die Gottheiten nach der Geburt eines Kindes mit einer Dankeszeremonie. Überall herrscht das kräftige Gelb der Kurkumawurzel vor, das die Energien der Erde symbolisiert und dem eine spezielle Heilkraft zugeschrieben wird. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Subramanya Swamy Tempel, ein prestigeträchtiges religiöses Zentrum, das für seine exquisite Kerala-Architektur bekannt ist. Der Tempel dient der Verehrung von Subramanya, einem Sohn der Hindu-Gottheiten Shiva und Parvati.

Kochi (Cochin)
Die Hafenstadt Kochi, früher Cochin genannt, liegt in einzigartiger Lage zwischen dem Arabischen Meer und den Backwaters. Kochis besondere Atmosphäre ist ein unvergessliches Erlebnis, das auf ethnischem und kulturellem Reichtum beruht. Eine Vielzahl an Attraktionen gewährt Einblicke in die abwechslungsreiche Geschichte der Stadt, die stark von portugiesischen und holländischen Einflüssen geprägt wurde. Besonders interessant ist die Besichtigung von Mattancherry und Fort Kochi, den historischen Stadtteilen mit ihrem quirligen Leben. Zu den Sehenswürdigkeiten, die mit ausreichend Zeit genossen werden sollten, gehören gewundene Gassen mit alten holländischen Häusern, chinesische Senknetze an der Uferpromenade, traditionelle Gewürzmärkte, Antiquitätenviertel, die Jüdische Synagoge, der Mattancherry Palast mit seinen exquisiten mythologischen Wandmalereien und die 1503 erbaute St. Francis Kirche, in der Vasco da Gama beigesetzt wurde, bis seine sterblichen Überreste 1539 nach Lissabon überführt wurden. Eine besondere kulturelle Attraktion ist das spektakuläre Kathakali-Tanztheater. Vorführungen finden jeden Abend statt. Kochis einzigartige Lage zwischen dem Arabischen Meer und den Backwaters lädt dazu ein, mit lokalen Fährbooten, dem Hauptverkehrmittel zwischen den einzelnen Stadtteilen, auf Entdeckungstour zu gehen. So lassen sich der Hafen, die vorgelagerten Inseln und der moderne Stadtteil Ernakulam erkunden. Empfehlenswert ist auch ein ausgedehnter Bummel durch die Antik- und Gewürzmärkte, der mit einem Mittag- oder Abendessen in einem der vielen Restaurants in der Altstadt abgeschlossen wird.

Kollam (Quilon)
Die 155 km südlich von Kochi gelegene Handelsstadt Kollam (früher Quilon genannt) wurde schon von den Phöniziern und Römern erwähnt und im 13. Jahrhundert von Marco Polo besucht. Sie ist eine typische Kerala-Stadt mit alten Holzhäusern unter roten Ziegeldächern, die heute jedoch mehr und mehr von einer wachsenden Industrialisierung geprägt wird. Für Touristen ist Kollam in erster Linie Ausgangspunkt oder Endstation von Backwater-Touren. Dreißig Kilometer von Kollam entfernt befindet sich in Vallikavu der Amritapuram Ashram von Mata Amritanandamayi, einer Heiligen, die von vielen Indern und Westlern verehrt wird und dafür bekannt ist, dass sie bei ihren Darshans jeden Besucher, der das wünscht, umarmt. Aufgrund ihrer umfangreichen humanitären Hilfeleistungen hat Mata Amritanandamayi, die von ihren Anhängern liebevoll “Amma” genannt wird, weltweit Anerkennung gefunden.

Kumarakom
Arundhati Roys Buch “Der Gott der kleinen Dinge” spielt in einem kleinen Dorf in der Nähe von Kumarakom. Sein weltweiter Erfolg hat zur touristischen Entwicklung der gesamten Gegend beigetragen. Kumarakom liegt inmitten von Reisfeldern, Mangrovenwäldern und Kokosplantagen und ist eine Inselgruppe im Vembanad-See, der als längster See Indiens gilt. Eine besondere Attraktion (und ein wahres Paradies für Ornithologen) ist das Kumarakom Bird Sanctuary, ein Vogelschutzgebiet, das von November bis März von vielen Zugvogelarten als Winterquartier genutzt wird. Mehrere komfortable Resorts bieten stilvolle Unterkunft an den Backwaters, deren romantische Wasserwege mit traditionellen Booten erkundet werden können.

Kovalam
Kovalam war ursprünglich ein kleines Fischerdorf, das von europäischen Rucksackreisenden entdeckt und Mitte der 90er Jahre für den Tourismus ausgebaut wurde. Der 12 km südlich von Keralas Hauptstadt Trivandrum gelegene Strandort eignet sich wunderbar zum Baden und Entspannen. Die rund 2 km lange, bogenförmige Beach wird von einer ins Meer hinein reichenden Felsformation in zwei Abschnitte geteilt und am südlichen Ende von einem markanten Leuchtturm überragt. Nördlich und südlich liegen weitere, kleinere Strände. Viele Bars, Cafes und Restaurants säumen den Strand und bieten eine Vielfalt an frischen Meeresfrüchten und kontinentalen Gerichten an. Die Unterkunftsmöglichkeiten in den Hotels und Pensionen sind breitgefächert und reichen von einfach über stilvoll bis zu luxuriös. Neben dem Strandurlaub sind auch die zahlreichen Wellness- und Behandlungsangebote im Ayurvedabereich von Interesse.

Munnar
Eine abwechslungsreiche Fahrt durch die malerische Berglandschaft Südindiens führt in ein wahres Paradies für Naturfreunde. Umgeben vom satten Grün der Teepflanzen liegt Munnar, die „Königin der Hillstations“, auf einer Höhe von 1524 m in den Kannan-Devan-Bergen der Western Ghats. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Anamudi, der mit 2965 m der höchste Gipfel Südindiens ist. Rund um Munnar ergibt sich ein atemberaubender Blick auf die gepflegten Teefelder, die je nach Wetter klar im milden Sonnenlicht der Bergwelt erstrahlen oder vom mystischen Weiß der Wolkennebel umhüllt sind. Hier reift Tee einer ganz besonderen Qualität, und die Luft ist oft angereichert mit dem Geruch der frisch gepflückten Teeblätter. Die Gegend bezaubert mit Wildwasserbächen, ausgedehnten Teeplantagen, atemberaubenden Aussichten und artenreichem Wildtierbestand. Ein Ausflug zum Echo Point und zur Top Station führt vorbei an den landschaftlichen Highlights der Region. Sehr zu empfehlen ist eine Wanderung durch die Teeplantagen mit einem ortskundigen Führer. Bei einer Besichtigung des örtlichen Teemuseum erschließen sich die Geheimnisse der Teeproduktion.

Padmanabhapuram
Die Stadt Padmanabhapuram liegt 40 km südlich von Trivandrum nahe der Südspitze Indiens und war ab 1550 für zweihundert Jahre die Residenz der Fürsten von Travancore, die den südlichen Teil des heutigen Kerala beherrschten. Der Name der Stadt leitet sich von Padmanabha („er mit dem Lotusnabel“) ab, einem Aspekt des Gottes Vishnu, der von den Herrschern als Familiengottheit verehrt wurde. Die Attraktion ist der fast vollständig aus Teakholz erbaute Holzpalast der Fürsten von Travancore, der sich – obwohl Padmanabhapuram zu Tamil Nadu gehört – im Besitz der Regierung von Kerala befindet. Die faszinierende Anlage, die den Glanz einer vergangenen Epoche zum Ausdruck bringt, ist in einem hervorragenden Zustand und gilt als das großartigste Beispiel der traditionellen Architektur Keralas. Der weitläufige Komplex steht innerhalb einer zum Teil erhalten Verteidigungsmauer und setzt sich aus einer Reihe von Bauten zusammen, die über mehrere Höfe miteinander verbunden sind. Charakteristisch sind die umlaufenden Veranden und die exquisiten Schnitzarbeiten, mit denen die Möbel, Giebel, Treppenaufgänge und Säulen der 127 Räume dekoriert sind. Auch die Wandmalereien sind von herausragender Qualität.

Thekkady
In Thekkady sind Sie mitten im Land, wo der Pfeffer wächst. Der kleine Ort Thekkady liegt eingebettet zwischen grünen Tee-, Kaffee- und Gewürzplantagen in einer für Südindien typischen Berglandschaft. Thekkady ist wohl der geeignetste Ort für den Einkauf von qualitativ hochwertigen indischen Gewürzen. Bei einem Besuch in einem der vielen Gewürzgärten können die traditionellen Gewürzsorten mit fachkundiger Begleitung direkt in der Natur erlebt werden. Eine weitere Attraktion ist der Periyar-Nationalpark, der zu den bekanntesten Natur- und Wildschutzgebieten in Südindien gehört. Auf einer frühmorgendlichen Wanderung mit ortskundigen, offiziellen Führern oder einer bei Bootsfahrt auf dem Periyar-Lake können mit etwas Glück Elefanten und eine Vielzahl anderer Wildtiere beobachtet werden. Ein eindrucksvolles Erlebnis ist auch der Besuch einer Kalaripayattu-Demonstration, die Einblicke in die traditionelle Kampfkunst Südindiens gewährt.

Thiruvananthapuram (Trivandrum)
Seit 1956 ist Thiruvananthapuram die Hauptstadt Keralas. Sehenswürdigkeiten sind der im dravidischen Stil erbaute Padmanabhaswamy-Tempel mit seinem siebenstöckigen Gopuram, das Napier Museum, der Kuthiramalika Palast, die Sri Chitra Kunstgalerie und die vielen Repräsentations- und Verwaltungsbauten aus der Kolonialzeit. In der unmittelbaren Nähe von Thiruvananthapuram bieten verschiedene ayurvedische Resorts und Behandlungszentren fundierte Ayurvedakuren in exquisiter Umgebung an.

Varkala
Das landschaftlich reizvolle, 54 km nördlich von Thiruvananthapuram gelegene Varkala ist bei Reisenden beliebt, die Sonne und Meer suchen und den ruhigen Strand unter den hohen Klippen bevorzugen. Der herrliche lange Sandstrand vor dem Hintergrund der roten Felsen ist mit seinem ursprünglichen Charme ein wunderbarer Platz zur Entspannung. In den Fels gehauene Treppen führen hinab zur Beach. Zu den Highlights eines Varkala-Aufenthalts gehört auch der spektakuläre Sonnenuntergang über dem Arabischen Meer, der am besten mit Panorama-Blick auf den Klippen 30 – 50 m oberhalb des Meeres genossen wird. Der Ort bietet ausgezeichnete strandnahe Unterkünfte, gute Restaurants und professionelle Ayurveda-Massage-Zentren. In Kerala ist Varkala wegen des Janardhana Swamy Tempels bekannt, ein Heiligtum, das der Legende nach über 2000 Jahre alt ist. Hier werden beim alljährlich im März oder April stattfindenden Arattu-Fest die Ahnen geehrt.

Wayanad
tea plantation 2 (1 of 1)Der malerische Distrikt Wayanad liegt im nördlichen Kerala auf einer Höhe zwischen 700 und 2100 m in der Bergen der Westghats. Hier werden in einem gemäßigten Klima Kaffee, Tee, Kardamom, Kautschuk und Ananas angebaut. Seine beeindruckenden Naturkulissen machen Wayanad zu einem paradiesischen Reiseziel für Naturfans. Entdecken Sie die grüne Weite und die nebelumhüllten Hügel einer mystischen und ursprünglichen Landschaft. Erkunden Sie traditionelle Gewürzgärten, und nehmen Sie an Wanderungen und Jeep-Safaris im Wayanad Wildlife Sanctuary teil, in dem zahlreiche Elefanten, Tiger, Leoparden, Wildbüffel, Hirsche und andere Wildtierarten leben. Das auch unter dem Namen Muthanga bekannte Tierschutzgebiet ist ein integraler Bestandteil des Nilgiri-Biosphärenreservats und wird nur von wenigen Touristen besucht. Bei einem längeren Aufenthalt können Sie auch ein interessantes Angebot an Adventure-Aktivitäten wahrnehmen, wie Bamboo-Rafting, ausgedehnte Radtouren und längere Treks. In kultureller Hinsicht ermöglicht Wayanad inspirierende Einblicke in das lokale Kunsthandwerk und die hinduistische, christliche und jüdische Tradition der Region.

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