Rajasthan – Sehenswertes

Agra
Ein Besuch der ehemaligen Mogul-Hauptstadt Agra im westlichen Teil des Bundesstaates Uttar Pradesh gehört zu den besonderen Highlights einer Indienreise. Mit dem Roten Fort und dem Taj Mahal, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählen, ist Agra ein beeindruckender touristischer Höhepunkt. Der Mogul-Herrscher Akbar begann 1565 mit dem Bau des massiven Roten Forts, das direkt am Ufer des Flusses Yamuna gelegen ist und als Festungs- und Palastanlage diente. In Sichtweite vom Fort liegt das berühmte Taj Mahal, das als Wahrzeichen Indiens gilt. Der imposante weiße Marmorbau steht auf einer von vier Minaretten umgebenen Plattform in einer gepflegten Gartenanlage mit länglichem Wasserbecken. Erbaut wurde das Taj Mahal vom Großmogul Shah Jahan als Grabmal für seine Frau Mumtaz Mahal, die 1631 verstarb. Die Baumaterialien wurden aus ganz Indien und Asien herbei geschafft. Das Mausoleum gilt als majestätisches Meisterwerk der indo-islamischen Baukunst und wird oft als Inbegriff architektonischer Vollkommenheit beschrieben. Die zentrale Kuppel ist über 55 Meter hoch. Besucher bewundern sowohl die Großartigkeit des Gesamteindrucks als auch die außerordentlichen Details der Bildhauerkunst, die durch blütenförmige Einlegearbeiten aus Halbedelsteinen betont werden. Im Innern befinden sich die Grabmäler von Mumtaz Mahal und Shah Jahan. Das Taj Mahal ist mehr als einen Besuch wert, da es, bedingt durch die unterschiedlichen Lichtverhältnisse, zu jeder Tages- und Jahreszeit anders wirkt.

Bikaner
Gegründet wurde Bikaner vor über 500 Jahren von Rao Bhikaji, einem Nachfahren der Erbauer von Jodhpur. Zur Zeit des indischen Mittelalters war die an einer Handelsroute gelegene Stadt ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum. Insgesamt 7 km kreisförmig angelegte Festungswälle mit Bastionsanlagen schützten ihre Bewohner vor Angriffen. Das touristische Highlight von Bikaner ist das bekannte Junagarh Fort mit seinen verschiedenen Palästen und dem reich mit Stuck-, Glas-, Spiegel- und Glasarbeiten verzierten Anup Mahal. Die Altstadt von Bikaner gewährt Einblicke in die Architektur der mehrstöckigen, extravaganten Havelis. Diese geräumigen traditionellen Wohnhäuser sind um einen Innenhof herum angelegt. Der 33 km entfernt gelegene Karna Mata Tempel ist Karnaji geweiht, einer Mystikerin aus dem 15. Jahrhundert, die als Inkarnation der Göttin Durga gilt.

Bharatpur
Zu den Sehenswürdigkeiten in und um Bharatpur zählen das Lohagarh Fort und der Keoladeo Nationalpark. Das Lohagarh Fort ist eine massive Festung aus dem 18. Jahrhundert, die wegen ihrer uneinnehmbaren Stärke auch Iron Fort (das eiserne Fort) genannt wird. Mehrere Attacken der britischen Armee wurden hier erfolgreich zurückgeschlagen, und im Jahr 1805 mussten sich die Briten nach sechswöchiger Belagerung aufgrund großer Verluste wieder zurückziehen. Erbaut wurde das Lohagarh Fort vom Maharaja Suraj Mal, der auch die Stadt gründete. In der Festungsanlage befinden sich die sehenswerten Überreste von drei Palästen (Kishori Mahal, Mahal Khas and Kothi Khas). Die beeindruckende Raumgestaltung repräsentiert ebenso wie die mit exquisiten Kachelmustern versehenen Böden eine gelungene Kombination von Stilelementen der Mughal- und Rajputen-Architektur.
Der Keoladeo National Park war früher als Bharatpur-Vogelschutzgebiet bekannt und der königlichen Familie zur Jagd vorbehalten. Heute wird der Nationalpark mit seinen über 400 Vogelarten besonders von Ornithologen geschätzt. Aber auch für Laien ist das Gebiet sehenswert. Hier leben verschiedene Reiherarten, wie der Purpurreiher, der gewöhnliche Graureiher und der kleine braune Teichreiher. Andere Vogelarten sind orangeköpfige Störche, Löffelreiher, weiße Ibisse und graue Pelikane. Von Oktober bis März beherbergt das Gebiet bis zu 130 Zugvogelarten, die aus weit entfernten Gegenden zur Überwinterung kommen. Der Park ist außerdem von Wildschweinen, Mungos, Rotwild und Antilopen bevölkert.

Bundi
Die Stadt Bundi liegt in einem reizvollen engen Tal direkt an einem steil ansteigenden Hügel. An einem See mit mehreren kleinen Inseln befindet sich die um 1600 erbaute Palastanlage, die durch das eindrucksvolle Hathi Pol (Elefantentor) betreten wird, zu dem eine kurze, steile Rampe empor führt. Die Anlage enthält mehrere kleine Paläste. Einige der aus dem 18. Jahrhundert datierenden Wandmalereien des Chitra Mahal gelten als besonders hochwertige Beispiele der traditionellen Rajput-Malerei. Über der Stadt erhebt sich das massive Taragarh Fort. Die quadratische Festungsanlage, die Mitte des 14. Jahrhunderts mit großen Eckbastionen angelegt wurde, diente bis zum Ende des 16. Jahrhunderts als Herrscher-Residenz. Sie kann mit gutem Schuhwerk über einen anspruchsvollen Aufstieg in 20 Minuten erreicht werden. Die Ostseite wird von einem Tor mit hohen Schutzwällen und Zinnen dominiert; das Haupttor im Westen ist von achteckigen Türmen flankiert. Mittelpunkt der Festungsanlage ist der Bhim Burj Turm, dessen Plattform einst als Standort für die Garbh Ganjam, die große Kanone, diente. Vom Fort aus hat man einen wunderschönen Panoramablick über die Stadt, den Palast und die umliegenden Hügel.

Chittaurgarh
Chittaurgarh ist die größte historische Festungsanlage in Indien und der Inbegriff für den unbezwingbaren Kampfgeist und legendären Stolz der Rajputen-Krieger. Die über dem Ort liegende Atmosphäre gibt Besuchern ein Gespür für die Glanzzeit der heroischen Rajputen-Kultur, die über viele Jahrhunderte hinweg von Werten wie Tapferkeit, Edelmut, Opferbereitschaft, Ruhm und Ehre erfüllt war. Noch heute ergreift jeden aus Rajasthan stammenden Hindu bei einem Besuch in Chittaurgarh die Ehrfurcht, da das Meisterstück der Rajputen-Architektur von der lokalen Bevölkerung eher als eine Heldengedenkstätte angesehen wird. Für dieses Fort haben im Laufe seiner bis ins 7. Jahrhundert n. Chr. zurückreichenden Geschichte in drei katastrophalen Niederlagen viele tausend Soldaten ihr Leben gelassen. Ebenfalls dreimal begangen im 14. und 16. Jahrhundert viele Rajput-Frauen hier Jauhar, den rituellen Massenfreitod im heiligen Feuer, um der Entehrung durch den Feind zu entgehen. Der Aufstieg zu dem beeindruckenden Fort erfolgt über eine gewundene Straße, die ehemals von sieben Festungstoren aus verteidigt wurde. Zu jeder Windung des aufsteigenden Weges gehört die Legende eines mutigen Kriegers, der an dieser Stelle sein Leben im Kampf um das Fort gelassen hat. Eine außergewöhnliche Sehenswürdigkeit ist der 37 m hohe Vijaysthambha, der steinerne „Turm des Sieges“, der mit exquisiten Skulpturen von Hindu-Gottheiten und Jain-Heiligen und mit Darstellungen von Episoden aus dem Mahabharata und Ramayana verziert ist.

Delhi
Die indische Hauptstadt Delhi, nach Mumbai die zweitgrößte Stadt des Landes, ist oft der Ausgangs- oder Endpunkt für Reisen nach Rajasthan. Die Metropole, die mit Tempeln, Moscheen, Forts, ehemaligen Kolonialgebäuden, dicht bevölkerten Wohngebieten und geschäftigen Einkaufszeilen überrascht, besteht aus zwei Stadtbereichen: Old Delhi und New Delhi. Diese Tatsache erleichtert Besuchern die Orientierung in der Stadt. Das in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtete Old Delhi fungierte als Hauptstadt der Mogul-Dynastie und ist reich an Forts und Moscheen, wie Red Fort und Jami Masjid. New Delhi ist von weiten Straßen und eingebetteten Parks geprägt und wurde 1911 von den Briten als Hauptstadt etabliert. Ein viel besuchter Mittelpunkt ist der Connaught Place mit seinen Cafés, Restaurants und Geschäften.

Deogarh
Deogarh ist eine vielbesuchte und angenehme kleine Stadt mit einem Bazar, der besonders für sein Angebot an Textilien und Silberschmuck bekannt ist. Der großartige Deogarh Palast zeichnet sich durch Wandgemälde aus, die die örtliche Technik der Miniaturmalerei illustrieren. Der gegenwärtige Ragar (Herrscher) ist ein anerkannter Kunsthistoriker. Am nahegelegenen Raghosagar-See finden viele Zugvogelarten einen idealen Lebensraum.

Fatehpur Sikri

Fatehpur Sikri, eine frühere Hauptstadt des Mogulreichs, liegt 40 km südwestlich von Agra im Bundesstaat Uttar Pradesh und wird aufgrund ihrer Lage und Bedeutung gerne in Reisen nach Rajasthan integriert. Fatehpur Sikri wurde zwischen 1569 und 1585 durch den Mogul-Herrscher Akbar erbaut und schon um 1600 aufgrund von anhaltender Wasserknappheit wieder verlassen. Die Stadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, präsentiert sich mit einer beeindruckenden Verbindung von islamischen und hinduistischen Stilelementen. Im Königspalast befindet sich der geräumige Diwan-i-Am, ein Hof für öffentliche Audienzen, neben dem sich der Diwan-i-Khas, der Bereich für Privataudienzen, als zweistöckiges Gebäude mit Eckkiosken erhebt. Im Innern befindet sich ein einziger Raum mit einer kreisförmigen Thronplattform, von der aus Akbar lange Diskussionen mit Anhängern verschiedener Religionen führte, die hinter kunstvollen Stellwänden verborgen saßen. Im Fuß des Thronpfeilers sind in vier Abschnitten islamische, hinduistische, christliche und buddhistische Motive eingearbeitet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Dawlat Khana (die kunstvoll gestalteten Privaträume des Herrschers), der Palast des Ministers Birbal, die Jami Masjid, das Grab von Sheikh Salim Chishti und das 54 m hohe Buland Darwaza, das 1576 als Siegestor erbaut wurde. Der Palast der Jodhbai, der den Haremskomplex beherrscht, weist ebenfalls eine Mischung aus hinduistischen und islamischen Stilelementen auf und ist mit dem für Fatehpur Sikri charakteristischen Tulpenmotiv verziert.

Jaipur
Jaipur, die „Pink City“ Rajasthans, wurde 1727 als neue Hauptstadt des Fürstentums Jaipur in einer bemerkenswerten architektonischen Vollkommenheit konzipiert. Die Bezeichnung „Pink City“ bezieht sich auf den alten, im Nordosten gelegenen Teil der Stadt, der neben herrlichen Palästen auch eine Reihe von Tempeln zu bieten hat, deren Architektur die Stilrichtungen mehrerer Jahrhunderte umfasst. Die rosarote Farbe der Wände ist überall das herausragende Merkmal. Sie gilt in Rajasthan als Farbe der Gastfreundschaft. Die traditionellen Häuser, die sogenannten Havelis, sind drei- bis fünfstöckige Gebäude, die um einen beschatteten Innenhof herum angelegt sind. Im Bazar gibt es eigene Bereiche für die verschiedenen Handelszweige. Hier befinden sich auch die bekannten Juweliere von Jaipur, die die beste Auswahl an Halbedelsteinen und Silberschmuck anbieten. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Stadtpalast des Herrschers Jai Singh, das Observatorium und die Ram Nivas Gärten. Ein absolutes Highlight ist der Hawa Mahal, der „Palast der Winde“, der 1799 erbaut wurde, um den Frauen des Hofes eine Sicht auf die Straßenprozessionen zu ermöglichen, ohne selbst gesehen zu werden. Die fünfstöckige Fassade ist mit dekorativem Gitterwerk an Fenstern und Balkonen sehr ansprechend gestaltet.

Jaisalmer
Die attraktive Wüstenstadt Jaisalmer ist reich an alten Palästen, Tempeln und schön gearbeiteten Häusern. Sie wird auch die “Goldene Stadt” genannt, da ihre Sandsteingebäude zum Sonnenuntergang das Licht auf eine besonders stimmungsvolle Art reflektieren. Ein Besuch in Jaisalmer ist verbunden mit einem Spaziergang durch die gewundenen Straßen, zwischen Hausfassaden in hellem Honigton, die mit dekorativem Gitterwerk und Blütenornamenten geschmückt sind. Die Architektur der mehrstöckigen, extravaganten Havelis ist ausgesprochen sehenswert und von herausragender Qualität. Ein weiteres Highlight ist das von Schutzwällen umgebene Jaisalmer Fort, eine mittelalterliche Festungsanlage, die sich über dem Wüstensand wie ein Märchenschloss erhebt. Zum Fort gehören ein alter Palast und mehrere Tempel. Eine besondere Attraktion sind die zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert erbauten Jain-Tempel, deren Wände, Decken und Pfeiler mit exquisiter Bildhauerkunst verziert sind.

Jodhpur
Die auf sandigem Gelände nahe der Thar-Wüste gelegene Stadt, deren Name durch die von Reitern getragenen Jodhpur-Hosen bekannt wurde, war einst ein Zentrum des Herrscherhauses von Marwar. Das Leben in Jodhpur kreist um das in der Altstadt gelegene Mehrangarh Fort, eine Touristenattraktion mit Palästen, Museen, Häusern, Hotels und Geschäften, die farbenfrohe, mit Spiegeln und Stickereien verzierte Rajastani-Kleidung anbieten. Der Bazar hat eigene Bereiche für die verschiedenen Handelszweige. Die vor Ort angefertigten Waren reichen von Batikstoffen bis zu Puppen und Silberschmuck. Jodhpur wird in Rajasthan auch die blaue Stadt genannt. Vor allem in der Altstadt dominiert die Farbe Blau, ein Brauch, der darauf zurückgeht, dass die Häuser der Brahmanen früher in dieser Farbe getüncht wurden. Im Laufe der Zeit hat sich diese Vorliebe ausgebreitet, und heute findet sich die Farbe Blau auch an Moscheen und anderen Gebäuden. Zum sehenswerten Fort, von dem aus man einen schönen Blick auf die Stadt hat, gehören Jhanki Mahal, Moti Mahal, Phool Mahal und andere Paläste, die mit dekorativem Gitterwerk verziert sind.

Kumbhalgarh
Nach Chittaurgarh war Kumbhalgarh das zweitwichtigste Fort des Mewar Königreichs. Es wurde Mitte des 15. Jahrhunderts durch Maharana Bhumba erbaut und liegt an einer strategisch wichtigen Position an der Grenze zwischen Udaipur (Mewar) und Jodhpur (Marwar) in den westlichen Ausläufern des Aravalligebirges. Die Anlage ist von einer 36 km langen, 12 m hohen und 8 m dicken Mauer mit massiven Wachtürmen und halbrunden Bastionen umgeben, die langen Belagerungen standhalten konnte. Innerhalb dieser Wälle befinden sich über mehrere Hügel verteilt zahlreiche Gebäude, Wasserquellen, Ställe, Geheimgänge und Arsenale. Allein die Tempelanlagen umfassen 360 Tempel. Von den oberen Stockwerken des ehemaligen Fürstenpalastes bietet sich ein malerischer Ausblick auf die umliegende idyllische Landschaft. In westlicher Richtung vom Fort liegt das Kumbhalgarh Wildlife Sanctuary, ein Naturschutzgebiet mit Leoparden, Faultieren, Sambar-Hirschen, Hyänen, Rieseneichhörnchen, Krokodilen und einer Vielzahl an Vogelarten. Ein besonderer Erfolg des Nationalparks ist die Vermehrung der vom Aussterben bedrohten Wölfe.

Mandawa (Shekhawati-Region)
Die nördlich von Jaipur gelegene Shekavati Region besitzt großen landschaftlichen und kulturellen Charme. Der Name dieser Wüstenrandzone geht auf den Rajputenherrscher Rao Shekhaji zurück, der hier im 15. Jahrhundert ein Fürstentum gründete. Die besondere Attraktion der Gegend ist die freskengeschmückte Architektur, die in dieser Art einzigartig in Indien ist. Eine beachtliche Anzahl von Häusern, Palästen und Denkmälern ist mit aufwendigen Wandmalereien in lebhaften Farben dekoriert. Die dargestellten Themen umfassen neben Arabesken mit Blütenmustern und Vögeln, folkloristischen Motiven und Episoden aus den indischen Epen auch Motive mit europäischem Einschlag. Die detaillierten Wandmalereien schmücken vor allem die prunkvollen Wohn- und Geschäftshäuser der Marwaris, wie die Bewohnern der Region genannt werden. Diese waren als geschäftstüchtige Kaufleute zwischen 1770 und 1930 durch den Handel mit Gold, Juwelen, Teppichen, Gewürzen und Seide zu beträchtlichem Wohlstand gekommen. Durch den Bau weitläufiger Häuser, den Havelis, gaben sie ihrem neugewonnenen Status Ausdruck und versuchten, sich dabei gegenseitig zu übertrumpfen. Die prächtigen Havelis befinden sich in Privatbesitz, und viele sind noch bewohnt. Manchmal wird auf Anfrage ein Blick auf die Schönheit im Innern dieser Häuser gewährt.

Mount Abu
Die landschaftlich besonders reizvoll gelegene Kleinstadt Mount Abu ist die einzige Hill-Station in Rajasthan. Benannt wurde der beliebte Urlaubsort nach dem gleichnamigen Berg mit mythologischer Bedeutung. Mount Abu ist eine der wichtigsten Pilgerstätten der Jains und bekannt für die großartigen, aus Mamor errichteten Jain Tempel, die vom 10. bis 13. Jahrhundert in Dilwara in einer schönen Umgebung zwischen Mangobäumen und grünen Hügeln erbaut wurden. Der aus fünf Haupttempeln bestehende Komplex ist von einer strahlend weißen Mauer umgeben. Die von außen eher unscheinbar erscheinenden Vimal Vasahi und Luna Vasahi Tempel zählen zu den beeindruckendsten architektonischen Meisterwerken in Indien. Die kunstvolle Ausführung der Innengestaltung ist von solch exquisiter Qualität, dass sie auf den ersten Blick wie ein Scherenschnitt wirkt. Stellenweise ist der Mamor so hauchdünn und fein gearbeitet, dass er das Licht durchlässt. Mount Abu ist auch der spirituelle Hauptsitz der Brahma Kumaris, einer religiösen Gemeinschaft, die auf dem Hinduismus basiert und in über 70 Ländern vertreten ist. Ein landschaftliches Highlight der Region ist der Nakkisee, dessen Uferweg an reizvollen Felsformationen vorbeiführt.

Pushkar
Der Pilgerort Pushkar gehört zu den bedeutendsten religiösen Stätten Indiens und liegt mit seinen verwinkelten Straßen in einem engen Tal, das von beeindruckenden Felsen überragt wird. Die vorrangige Sehenswürdigkeit ist der einzige dem Weltenschöpfer Brahma geweihte Tempel in Indien. Die besondere Heiligkeit des aus dem 14. Jahrhundert stammenden Schreins, der von Pilgern das ganze Jahr über besucht wird, geht auf die Überlieferung zurück, dass sich Brahma an diesem Ort inkarniert haben soll. Der Tempel entstand der Legende nach aus einer Lotosblüte, die der Hindu-Gott zu Boden fallen ließ, als er auf der Wildgans Hamsa reitend nach einem geeigneten Ort für eine Opferhandlung suchte. Neben dem Brahma-Tempel befinden sich noch ungefähr 400 kleinere Tempel in der Stadt. Der Pushkar-Lake, an dessen 52 Ghats die Pilger ihr rituelles Bad nehmen, zählt zu den heiligsten Gewässern Indiens. Eine weitere Attraktion ist die Ende Oktober oder Anfang November stattfindende Camel Fair, ein auch als Pushkar-Mela bekannter Kamelmarkt mit Volksfestcharakter, zu dem jährlich über 200.000 Touristen, Pilger, Farmer, Kamelzüchter und Händler anreisen. Für die Dauer der Festtage verwandelt sich der Ort in einen farbenprächtigen Jahrmarkt.

Ranakpur
In Ranakpur befindet sich in einem abgelegenen Tal einer der größten und wichtigsten Jain-Tempel Indiens. Die für ihre grandiose Architektur und üppige Ausschmückung bekannte Anlage wurde 1439 errichtet und gilt als Meisterstück des westindischen Baustils. Einige Teile des Tempels sind zwei oder drei Stockwerke hoch. Das Dach ist mit fünf Shikharas (turmähnlichen Aufbauten im nordindischen Stil) gestaltet. Der Innenraum umfasst 29 Hallen. Einige davon sind achteckig, andere erstrecken sich über mehrere Stockwerke. Sie werden insgesamt durch 1444 Pfeiler gestützt, von denen jeder in einzigartiger Weise ornamental gestaltet ist. Die spitzenartigen Verzierungen der Deckengewölbe sind von exquisiter Qualität und verbinden höchste ästhetische Ansprüche mit zurückhaltender Eleganz. Der Tempel ist Adinath, dem ersten der 24 Tirthankaras („Furtbereiter“) des Jain-Kultes geweiht. Sein mit vier Gesichtern gestaltetes Abbild ist im Sanktum des Chaumukha-Schreins zu sehen. Er wird von den Jains, die in der offenen Halle vor dem Standbild meditieren, nicht als Gott sondern als Vorbild verehrt. In der Umgebung der Anlage befinden sich zwei kleinere, den Tirthankaras Parshvanath und Neminath geweihte Jain-Tempel und ein Hindu-Tempel für den Sonnengott Surya. Im Parshvanath-Tempel steht ein aus schwarzem Stein gefertigtes Standbild des 23. Tirthankaras, dessen Haupt von einer mehrköpfigen Kobra überragt wird. Die Wände sind mit üppigem Figurenschmuck verziert, zu dem auch grazile erotische Figuren gehören. Im Surya-Narayana-Tempel ist besonders die Darstellung des Sonnengottes Surya in seinem von sieben Pferden gezogenen Wagen sehenswert.


Ranthambore

Der Ranthambore Nationalpark ist das berühmteste Tigerreservat in Rajasthan. Das 410 km² umfassende Wildlife-Gebiet, das bis 1970 Jagdgebiet eines Maharajas war, beginnt zehn Kilometer hinter der kleinen Stadt Sawai Madhopur. Es erstreckt sich gesäumt von Trockenwäldern über eine felsige Hügellandschaft und ein offenes Tal mit kleinen Wasserbecken und Fruchtbäumen an den östlichen Ausläufern der Aravallis und Vindhya Berge. Der Ranthambore Nationalpark ist eines der reizvollsten Wildschutzgebiete der Welt. Er erhält seine besondere Atmosphäre durch die majestätischen Ruinen einer Festungsanlage aus dem 10. Jahrhundert, die mitten im Nationalpark auf einem 215 Meter hohen Felsen gelegen sind und sich majestätisch über dem Schutzgebiet erheben. Die alte Festungsmauer wird von mehreren halbrunden Bastionen unterbrochen. Atemberaubend schöne Aussichtspunkte und steil abfallende Felsformationen prägen die Landschaft. Der Park beherbergt Tiger, Leoparden, Hyänen, Schakale, Dschungelkatzen, Krokodile, Wildschweine, Bären, verschiedene Hirscharten, Antilopen, Honigdachse, Mungos und eine artenreiche Vogelpopulation. Eine Safari im Ranthambore Nationalpark ist ein unvergessliches Erlebnis.

Shekhawati
Nördlich von Jaipur liegt Shekhawati, eine Gegend mit großem landschaftlichem Charme. Die Architektur und Bemalung der lokalen Gebäude ist außergewöhnlich und sonst nirgendwo in Indien zu finden. Eine beachtliche Anzahl von Häusern, Palästen und Ehrenmälern ist mit detaillierten Wandmalereien in lebhaften Farben bedeckt, die zwischen 1770 und 1930 entstanden sind. Ungewöhnlich ist, dass diese Wandgemälde nicht durch den Maharaja oder religiöse Institutionen gefördert wurden, sondern durch die Marwaris, die Kaufleute der Region. Die meisten Gebäude befinden sich in Privatbesitz und viele sind tatsächlich noch bewohnt. Oft wird jedoch auf Anfrage eine Besichtigung gestattet und ein Blick auf die innere Schönheit dieser Häuser erlaubt.

Sikandra
Die kleine Ortschaft Sikandra liegt im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh 10 km nördlich von Agra an der Straße nach Delhi. Sie wird aufgrund ihrer idealen Lage gerne in Reisen nach Rajasthan integriert. Die Sehenswürdigkeit von Sikandra ist die grandiose Grabanlage des Mogul-Herrschers Akbar. Vollendet wurde das Mausoleum, das der Herrscher drei Jahre vor seinem Tod in Auftrag gab, 1613 durch seinen Sohn Jahangir. Die architektonische Gestaltung der in einem ruhigen Garten gelegenen Grabstätte ist ein ausgezeichnetes Beispiel für die Kombination verschiedener Baustile. Das großartig angelegte Hauptportal, die Verwendung ornamentaler Motive und persischer Kalligraphie, die dekorativen Durchbruchmuster der Wände und Fenster, der kunstvoll angelegte Garten und die vier mehrstöckigen Minarette präsentieren den vorherrschenden islamischen Einfluss. Die sterblichen Überreste des Herrschers befinden sich in einem einfachen Mamorsarkophag im Erdgeschoss.

Udaipur
Die am Pichola-See gelegene Stadt Udaipur bringt den Zauber Rajasthans auf eine besonders malerische und stimmungsvolle Weise zum Ausdruck. Am Ufer des künstlich angelegten Sees erheben sich Paläste aus Mamor, die im Sonnenlicht in einem strahlenden Weiß glänzen. Auf zwei Inseln befinden sich weitere prunkvolle Paläste, die in Luxushotels umfunktioniert sind. Die Krönung der Palastgebäude von Udaipur ist der Stadtpalast, an dem sich die volle Pracht des Orients zur Schau stellt. Er war bis 1956 der Regierungssitz der Maharanas von Mewar und ist der größte Palastkomplex in Rajasthan. Die Wände der ehemaligen Herrscher-Residenz sind in Mosaikarbeiten üppig mit Pfauenmotiven verziert. Auf den Böden finden sich Einlegearbeiten aus kostbaren Kacheln. Der Palast wird von Balkonen, Türmen und Kuppeln gekrönt und bietet von seinen oberen Terrassen und Dachgärten aus einen märchenhaften Panoramablick. Der größte Teil der Anlage ist heute ein Museum mit einer repräsentativen Sammlung an Miniaturen, Spiegelarbeiten und ornamentalen Kacheln. Unterhalb des Palasteingangs befindet sich der imposante Sri-Jagdish-Tempel, das bedeutendste Jain-Heiligtum in Udaipur. Empfehlenswert ist auch ein Besuch in Shilpgram, einem außerhalb der Stadt gelegenen Zentrum zur Förderung des traditionellen Kunsthandwerks. Die Ausstellung ist nicht nur auf Rajasthan begrenzt, sondern umfasst auch die Volkskunst von Gujarat, Goa und Maharashtra.

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